Die Geschichte einer Alten Schule

Wir schreiben das Jahr 1825:

Wütende Flammen peitschen über Berleburg und brennen alles nieder, was sich in ihren Weg stellt. Auch vor der oberen, historischen Altstadt macht das Inferno nicht halt. Gegenüber des barocken Schlosses der Fürsten Sayn Wittigenstein aus dem 16. Jahrhundert legt die Feuerbrunst alle Häuser, auch dieses Gebäude, in Schutt und Asche.

Doch der Geist der Gemäuer hält stand, fast so als wüsste es, welch großartige Ereignisse und Menschen ihm im Laufe der folgenden 200 Jahre noch begegnen würden.

Einer dieser, August Jost, der 1. preußische Landrat erbaute das Gebäude auf den historischen Grundmauern und knapp 100 Jahre später entschieden sich die beiden Töchter des Landrats, dass Gebäude an die Stadt zu verkaufen, die dem Haus eine neue, äußerst wichtige Funktion gaben.

Ab 1923 bis Mitte der 50er Jahre haben viele Berleburger in der "Höheren Schule für Mädchen und Knaben" Lateinvokabeln gepaukt, komplexe Formeln gelernt und den ein oder anderen Spickzettel in den Bodenritzen versteckt.

Die Schuljahre waren 1954 gezählt. Dennoch diente unser heutiges Hotel-Restaurant „Alte Schule“ weiterhin als Herberge für junge Menschen. Die Pforten des Deutschen Jugendherbergswerk wurden genau 50 Jahre später im Jahr 2004 geschlossen.

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Vier lange Jahre stand das einst so fröhliche Gemäuer leer und sehnte sich gewiss nach neuem Leben.

Vom Charme und der Geschichte des alten Hauses begeistert, nahmen Silvia Köster und Andreas Benkendorf die Herausforderung an, das Haus komplett zu entkernen.

Die Entstehung eines modernen Hotels mit 10 Zimmern der gehobenen Klasse, sowie Restaurant und Bibliothek hielt einige Überraschungen bereit.

Bei den Sanierungsarbeiten fanden die Bauarbeiter viele Zeugnisse aus längst vergangener Schulzeit. Da lag es nicht fern, das Hotel "Alte Schule" zu taufen.

Zeitgenössische Schätze verbergen sich im gesamten Objekt. Selbst Bad Berleburgs Bürger engagierten sich bei der Gestaltung und stellten reale Raritäten zur Verfügung. Im Lehrerzimmer offenbart ein Tisch mit Vitrine alte Zeugnisse, Lehrutensilien und Spickzettel aus der Jahrhundertwende. Eine zwei Meter hohe Glastrennwand bestückt mit einer modernen Bildcollage zeigt Geschehnisse aus längst vergangenen Zeiten.

Wohnlichkeit und Wärme strahlt vor allem der offene Kamin aus, dessen Feuer sowohl im Restaurant als auch im angrenzenden Herrenzimmer mit Bibliothek flackert.

Am 23. August 2008 wurde das neue Hotel mit dem Geist einer Alten Schule eröffnet.